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Hier finden Sie kurze Texte (Rezensionen, Eindrücke) zu kulturellen Themen, die unsere Autoren und Leser eingesandt haben. Sie sind in fünf Rubriken unterteilt: Literatur, Musik/Oper, Bildende Kunst, Film/Bühne und Verschiedenes. Ihre Beiträge sind willkommen.

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die neusten Beiträge:
"Nach der Hochzeit", Regie: Susanne Bier, 2006
Jemand heiratet, jemand stirbt, jemand ist einsam, jemand umgeben von liebenden Menschen – eine Geschichte wie Hundert andere. Der Plot (den ich hier nicht verraten möchte) könnte etwas zu konstruiert wirken, wenn er nicht lediglich als Vorwand diente, um die Gefühle der Protagonisten hervorzuholen. Die Regisseurin nähert sich diesen Gefühlen mit der Lupe in der Hand. Selten war die Kamera der Unsicherheit, den Tränen, der Angst so nah. Wenn sie echt sind, ist das schon sehr viel.
Auf den ersten Blick wirkt Dänemark im Vergleich zu den Slums in Bangalore wie ein anderer Planet. Auf den ersten Blick ist unser Leben im Vergleich zum Leben der Armen in Indien oder irgendwo anders in der Welt sorglos. Aber von der Verpackung befreit, ohne den vielen glänzenden und schützenden Hüllen, sind wir alle ähnlich: allein mit unserer Angst, Sehnsucht oder Freude. „Aus der Erde entstanden“, auf der Erde suchen wir nach dem Glück, um wieder „zu Erde zu werden“. Gleich, was wir tun, wonach wir streben, was wir uns im Leben vornehmen, spätestens im Angesicht des Todes begreifen wir, was wirklich zählt, was uns die seltenen Augenblicke des Glücks beschert: es ist die Zeit, die wir denjenigen schenken, die uns wichtig sind und die Zeit, die sie uns schenken. Darum geht es in diesem Film. Sicher nichts Neues. Ein Vorwurf ist das allerdings in meinen Augen nicht – ich misstraue dem Neuen, weil es fast immer nur glitzernde Verpackung, bunte Kulisse ist. Susanne Bier lässt uns für Momente hinter die Kulisse schauen. Nutzen wir diese Gelegenheit – sie ist selten genug.
„Nach der Hochzeit“ ist der direkte Konkurrent des Streifens „Das Leben der anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck um den Oscar als bester nicht englischsprachiger Film. Da ich den Oscar als eine Auszeichnung für die besten Werke der Filmkunst sehen möchte, hoffe ich, dass der deutsche Film gewinnt – künstlerisch ist er dem dänischen überlegen: mit seiner interessanten Ästhetik, hervorragenden Dramaturgie, verdichteten Handlung, ausgezeichneten Musik. Aber sehen sollen Sie „Nach der Hochzeit“ auf jeden Fall.
(A.S.)